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Reviews

Gintama - Anime Review

Gintama - Die, die es geschaut haben, lieben es. Die, die es nicht geschaut haben, verstehen den Hype der Fans nicht. Bis vor kurzer Zeit war es für mich nicht ersichtlich, wie eine Comedyshow so lange unterhaltsam sein kann. Trotz großer Zweifel begann ich jedoch mit dem Monolith namens Gintama und nun, 6 Wochen später, will ich euch den Schluss, zu dem ich gekommen bin, präsentieren. Da Gintama noch nicht abgeschlossen ist, wird sich diese Review mit Episode 1 bis 300 beschäftigen, da sie meiner Meinung nach Gintama am besten reflektieren. Genaueres wird in der Review folgen, sobald die Serie beendet ist.

Gintama ist nervig, absurd, ergibt teilweise keinen Sinn, ist manchmal nicht witzig, benutzt die selben Witze zu oft und hat die größten Tonänderungen seit Studio Key. Und ich muss sagen: Es ist einfach geil. Das ist circa der zehnte Versuch diese Review zu schreiben, denn Gintama als Ganzes spoilerfrei zu reviewen, ist ganz schön schwer. Gut strukturierte Reviews tun der Serie meiner Meinung nach keinen Gefallen. Ich könnte wahrscheinlich 100 Seiten darüber schreiben, warum ich Shinpachi nicht mag oder über ein Haufen Probleme, die die Serie troz ihres großen Anklangs hat. Aber das gehört hier nicht her. Hier sollt ihr erfahren, ob ihr die Serie schauen sollt oder nicht. Und ich muss euch sagen: Ja, ohne Zweifel, ja. Nicht mal die ganze Serie. Wenn ihr nur bestimmte Genres mögt, dann fragt jemanden, der die Serie gesehen hat und ihr werdet was passendes in Gintama finden und es wird euch für neues öffnen.

“Freiheit ist es, etwas nicht zu tun”- Das hat bestimmt mal jemand wichtiges gesagt, wenn nicht will ich den Kredit für. Ja, Gintama nimmt sich unglaubliche Freiheit, es aber mit kreativen Meisterwerken wie Space Dandy zu vergleichen, wäre falsch oder einfach nicht passend. Vieles seines Potentials wird in Gintama nicht genutzt. Es werden sogar ganze Charaktere vergessen, aber zu bestehenden unlogische neue Hintergrundgeschichten hinzugefügt. Aber das ist nicht falsch. Gintama ist nicht wie Space Dandy, ein Meisterwerk produziert von vielen mit eigenen Ideen, sondern ein Meisterwerk produziert nach der Idee eines einzelnen. Und wow, dieser einzelne hat viel Zeit damit verbracht, Anime und allgemein Fernsehen zu schauen. Gintama macht oft die selben Witze oder nutzt altbewährte Plotlines, aber das gleicht es wunderbar mit einer großen Anzahl an Referenzen und Witzen aus. Niemand, egal ob nun japanisch oder nicht, wird alle Referenzen aus Gintama verstehen. Das ist auch nicht schlimm, da viele auch ohne den passenden Kontext witzig sind. Manches war sogar ohne den Kontext witziger als sonst. Der Dauerwitz, dass sie wegen eines Plagiats verklagt sind, war natürlich auch immer gut. Gintama macht sich auch über Zensierung lustig. Es benutzt sie um Witze zu machen, auf Sachen anzuspielen oder weil man das unzensiert gar nicht sehen wollte. Ein solches Verständnis des medialen Spektrums, auf dem man sich bewegt, und wie man es am besten benutzt, ist selten gesehen. Die ersten 200 Episoden werden teilweise mit Standbildern oder Konversationen, dass das Studio verkackt hat, verbracht. Wobei Gintama mit Filler Episoden teilweise sogar witziger ist als der Manga selbst. Die kreative Freiheit, die hier spielt, ist bemerkenswert und hilft dem Zuschauer sich mit den Charakteren und den Leuten, die den Anime produzieren, zu identifizieren. Es ist wahrlich eine wunderschöne Symbiose zwischen Zuschauer, Mangaka und Anime Staff. Es wird selten etwas verheimlicht. Fehler wie Plotholes werden erklärt, korrigiert oder einfach als Witz benutzt und es ist auch wirklich witzig. So fühlt sich Gintama für den Zuschauer originell an und nicht produziert von irgendwelchen Leuten, die 0815 Charaktere benutzen, um Geld zu machen, so wie andere populäre Anime heutzutage. Es ist von Nerds, die wie gute Freunde mit uns, den Zuschauern, reden und so eine Beziehung aufbauen.
Es geht sogar soweit, dass es mir teilweise sogar gefehlt hat, Konversationen mit Standbild oder irgendwelche brutal dummen Filler zu haben, als die ersten 200 Folgen vorbei waren und danach eben weniger solcher Filler zustande kamen.

Ich habe es ja schon kurz angesprochen: Gintama hat Drama und echte Plotlines. Ich muss auch zugeben, dass sie der Grund waren, warum ich angefangen habe, Gintama zu schauen. Nun, waren sie es am Ende wert? Ja, absolut ja. Gintama erzählt teilweise in halben Episoden besser und tiefgreifendere Geschichten als mancher Anime oder manche TV Serie in ihrer ganzen Laufzeit. Wie gesagt, dabei wiederholt es sich manchmal oder macht den Fehler, Charaktere zweimal dieselbe Entwicklung durchmachen zu lassen, aber das wird wirklich in einer halben Episode wieder wettgemacht.

Gintama ist Freiheit. Gintama ist Spaß. Gintama ist Drama. Diese und hunderte weitere Sachen machen es gut. Gintamas Setting lässt Freiheit für alles. Es geht um eine Welt, in der Aliens während der Edo Periode Japan eingenommen haben. Nichts kann nicht erklärt werden. Alles ergibt Sinn. Und an den Punkten, an denen es einfach keinen Sinn mehr macht, bringt man Gott ins Spiel, bricht die vierte Wand oder ist einfach so gut geschrieben, dass es keinem mehr auffällt. Ja, Gintama deckt sehr viele Genres ab, dabei schafft es jedoch gut auf eben die einzelnen Genres einzugehen. Es fokussiert sich jedoch oft auf altbewährte Plotlines und Ideen und vergisst auch gern mal ein paar Möglichkeiten, die sein so weitläufiges Setting bieten könnte, um sich auf das Wichtigste in einzelnen Geschichten zu konzentrieren. Nichts desto trotz hat es auch oft ein Auge für das große Ganze und selbst kleine Geschichten werden nicht immer einfach vergessen, sondern haben zu mehrt Effekte auf die nachfolgenden Geschichten. Dabei gelingt es Gintama nicht immer eben solche Sachen gut und überzeugend einzubauen, aber wenn es dies schafft, ist es wahrlich eine Freude für Zuschauer.
Gintama nutzt nicht nur seine sehr abwechslungsreiche Welt, sondern mehr noch seine abwechslungsreichen Charaktere. Es schafft es in einer Episode mehr Bindungen zu Charakteren aufzubauen, als ich jemals gesehen habe. Nach circa 130 Episoden von Hunter X Hunter musste ich weinen, weil ich die Charaktere kennengelernt und mit ihnen mitgefühlt habe. Bei Gintama passierte das häufiger und ganz bestimmt nicht, weil ich so viel Zeit mit ihnen verbracht habe. Gintama vermenschlicht seine Charaktere oder zieht sie so sehr ins Absurde, dass sie einem in Erinnerung bleiben. Viele Charaktere haben ihre eigene Dynamik und ihre Eigenschaften spielen oftmals tadellos ineinander. Besonders die episodischen Charaktere schaffen dies und so muss ich leider auf eine der größten Schwächen Gintamas zu sprechen kommen: Seine Hauptcharaktere. Nein, nicht Gintoki oder Kaugura, teilweise auch nicht Shinpachi, sondern die anderen. Sarutobi, Kondo, Kyuubei, Sadaharu und noch andere, welche oftmals zusammen in Episoden auftauchen. Diese Semi-Protagonisten haben Einfluss auf Gintama, der über ihre persönlichen Plotlines hinaus geht. Manche haben so was nicht mal und treten trotzdem immer wieder in allen Storys auf, um Platz zu füllen, sodass für Arcs oder einzelne Episoden keine neuen Charaktere erstellt werden müssen. Versteht mich nicht falsch. Ich mag alle diese Charaktere, aber sie treten zu oft auf und haben die selbe Dynamik, die selben Witze, denselben Ablauf. Dabei nimmt man ihnen die Chancen sich selbst zu entwickeln. Das beste Beispiel ist Hasegawa, ein nun Obdachloser, Spielsüchtiger mit gutem Herz. Seine Einzelepisoden sind der beste durchgezogene Plot, den die Serie zu bieten hat. Er entwickelt sich immer weiter und erlebt interessante Sachen. An dem Punkt jedoch, wo er zusammen mit den oben genannten Charakteren auftritt, wirkt er fad, repetitiv und passt nicht wirklich rein. Wie gesagt, er ist obdachlos und nicht wirklich stark oder klug. Er passt zu allen Storys, die nah an der Wirklichkeit sind, aber wenn es dann ins Absurde geht oder in irgendwelche Kämpfe, passt der halt nicht dazu. So ist es für viele Charaktere, die zu viel Zeit kriegen, aber keine wirkliche Zeit für sich alleine. Ich hätte gern mehr von Kyuubei und Jugemu gesehen oder neue Entwicklungen in Sarutobis Charakter beobachtet, leider ist das nicht passiert.

Jetzt muss ich das alles zusammenfügen. Gintamas Geschichten und Comedy sind exzellent. Es wiederholt sich jedoch oft. Erst dachte ich daran, die Comedyepisoden zu überspringen und nur den Plot zu verfolgen, doch das war dumm. Gintama mit zu viel Story ist nicht interessant. Gintama in Momenten ohne Charakterentwicklung ist nicht interessant. Gintama mit stumpfem einfachen Pipi Kacka Humor ist nicht interessant. Gintama ist interessant. Gintama ist das alles und noch viel mehr. Ob man noch so versessen auf Story ist, es ist egal. Man wird die episodische Comedy vermissen. Auch wenn man seligst darauf wartet, dass ein neuer Arc beginnt, die schönste Freude ist immer noch die Vorfreude. Alle Elemente machen Gintama interessant. Das merkt man erst, wenns zu spät ist. Ich weiß nicht, was der Grund sein wird, warum ihr mit Gintama anfangt oder warum ihr bis zur aktuellen Episode weiterschauen werdet, ich weiß nur, dass es einen Grund geben wird.

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Typ: TV
Episoden: 336+
Status: Ongoing
Release: April 04., 2006
Producers: Sunrise
Genre: Action, Comedy
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