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Reviews

Ghost in the Shell: The New Movie - Anime Review

„Ghost in the Shell: The New Movie“ gehört zum Universum der „Ghost in the Shell – Arise“ OVA Reihe und spielt zeitlich nach der Extra-Geschichte „Pyrophoric Cult“. Die Erzählung bemüht sich immer noch so zu wirken wie eine Vorgeschichte zum älteren „Ghost in the Shell“ Material, auch wenn die Welt eher in einem Alternativ-Universum angesiedelt ist. Ohne Kenntnis von früheren Inkarnationen kann man den Film zwar trotzdem verstehen aber viele Verweise und Hommagen gehen dann am Zuschauer vorbei. Die Arise OVA ist da schon eher Pflichtprogramm, da der Film sich inhaltlich auf Ereignisse der Serie bezieht, besonders auf den „Pyrophoric Cult“ Teil.

Story

Major Kusanagi hat ihre Sondereinsatztruppe beisammen und braucht nun einen Sponsor. Unter die Fittiche von Aramaki in Sektion 9 will sie allerdings vorerst noch nicht, dafür schätzt sie ihre Unabhängigkeit zu sehr. Also verhandelt sie mit einem Politiker, dem Sohn des Premierministers, um ein Budget und Sonderrechte für ihre Truppe. Die Chance sich zu beweisen steht auch gleich vor der Tür, denn ein Botschaftsgebäude wird von abtrünnigen Cyborg-Soldaten besetzt, die auch Geiseln genommen haben. Der Major & Co. schaffen es zwar in Rekordzeit die Situation in den Griff zu bekommen aber gerade als sie die Geiseln evakuieren wollen geht etwas schief. Und zu allem Überfluss gibt es im selben Augenblick eine Explosion in einem Hochhaus auf der anderen Seite der Stadt. Unter den Opfern: der Premierminister, der dort an einem geheimen Treffen teilgenommen hatte. Der Rest des Films läuft im Grunde nach dem Schema eines Krimis ab. Unsere Gruppe von Cyborgs ermittelt in dem Fall und kommt nach und nach den Drahtziehern auf die Schliche, doch einige der Verbrecher sitzen eindeutig am längeren Hebel.

„Ghost in the Shell: The New Movie“ trägt immer noch etwas von dem Ballast, den schon die OVA hatte, mit sich herum. Die Geschichte ist wieder einmal viel zu überladen und dazu kommt noch ein rasantes Erzähltempo. Dass man bei einem Krimi nicht sofort die Lösung im Blick hat und erst einmal im Dunkeln tappt ist zwar ganz normal, aber die schiere Menge an Informationen, die man dem Zuschauer an den Kopf wirft, die raubt einem dann doch schon mal die Übersicht. Das muss ja im Grunde nichts Schlechtes sein. Die Datenüberdosis passt ja zur Cyberpunk Welt. Problem ist nur, dass die vielen Ebenen und Schichten der Handlung oft einfach zu kurz kommen. Zum Beispiel gibt es da das Thema der technologischen Sackgasse. Andauernd veröffentlichen die großen Firmen neue Generationen ihrer Produkte in kurzem Abstand nacheinander, zur Profitmaximierung. Das beschleunigte die Veraltung von Technologie. Was vor ein paar Jahren noch brandneu war hat schon bald keine Chancen mehr auf Wartung oder Ersatzteile. Für Cyborgs, die Teile benutzen, die sich nicht auf den neusten Stand nachrüsten lassen ist das besonders schlimm. Ohne Wartung und Ersatzteile bleibt ihnen nicht viel anderes übrig als langsam bei lebendigen Leibe zu verrotten. Ein echt spannendes Thema, das leider nur oberflächlich behandelt wird, obwohl es zu den Hauptaussagen des Filmes gehört.

Charaktere

Leider Gottes bleiben die Charaktere bei hundert Minuten Spielzeit und so einem komplexen Fall auch ein wenig auf der Strecke. Der Film bemüht sich, jedem aus unserer Cyborg-Truppe ein paar Szenen und Dialoge zu verschaffen, die zu dem jeweiligen Charakter passen. Und die einzelnen Mitglieder zeigen ganz eigene Stärken bei den Ermittlungen. Aber im Grunde ist die Charakterzeichnung eher dünn und von Entwicklung kann eh kaum die Rede sein. Zumindest hat der Major eine besondere Art und Weise ihre Wertschätzung der Truppe zum Ausdruck zu bringen und das Gefühl der Kameradschaft kommt gut rüber, auch wenn es nur wenige Szenen dafür gibt. Die Einblicke in die Vergangenheit des Majors und die Frage ihrer Eltern und Kindheit sind zwar mit der Handlung verknüpft, kommen aber leider nur wie Hintergrundinformation herüber und lassen einen etwas kalt. Bei Science Fiction und Cyberpunk liegt der Fokus meist bei der Sache und dem Thema und selten bei den Charakteren. In diesem Sinne wäre bei „Ghost in the Shell: The New Movie“ alles wie gewohnt. Ich persönlich hätte mir allerdings ein bisschen mehr gewünscht.

Optik

Bei den Animationen und Actionsequenzen hat man die meisten Unebenheiten der OVA deutlich verbessert. Man spürt, dass es eine Kinoproduktion ist. Dabei muss man allerdings sagen, dass die Produktion das Spektakel nicht ganz und gar ausschlachtet. Es ist nicht unbedingt ein Actionfilm. Die Action ist da und sieht gut aus, aber sie zeigt sich in einem eher nüchternen Stil, mit etwas Abstand, wenn auch mit einem sehr befriedigenden Effekt-Feuerwerk. Der Schnitt ist besser und übersichtlicher als in der OVA und die Bilder sind kompetent gestaltet und zusammengesetzt. Der Zeichenstil ist ähnlich wie in Arise, nur weiterentwickelt und verbessert. Man findet immer noch scharfe Kontraste bei der Helligkeit und bei den Farben und die Computer-Animationen fügen sich sehr gut ein und fallen kaum auf. Es gibt zwar nichts was optisch besonders auffällt oder atemberaubend schön aussieht, aber es wirkt einheitlich und wie aus einem Guss. Und der größere Detailgrad bei den Schattierungen macht mich auch glücklich. Die Macher haben eine Menge bildliche Hommagen an frühere Ghost in the Shell Werke in den Film gepackt. Einige sind offensichtlich und nicht mehr als eine Verbeugung vor den alten Meistern, aber ein paar sind doch ganz clever und kreativ gemacht und schaffen es frisch und neu zu wirken.

Sound

Die Musik ist wirklich nicht bemerkenswert. Ich habe sie ehrlich gesagt kaum wahrgenommen. Allerhöchstens wenn die Action heißer wird, fallen einem die synthetischen Trommeln und Takte eher auf. Dann ist die musikalische Untermalung stimmig, auch wenn sie nicht besonders einprägend ist. Richtig punkten kann der Film dann schon eher beim Sounddesign. Jeder Pistolenschuss und jeder Schritt, der auf den Boden fällt sind eindeutig herauszuhören und die Effekte wirken richtig knackig. Besonders die Geräusche der Kleidungen, zum Beispiel das Quietschen von Leder und Kunststoff, sind toll anzuhören und machen die Bewegungen der Charaktere gleich viel greifbarer. Die deutsche Synchronisation bewegt sich auf demselben Niveau wie bei der OVA, vielleicht sogar ein Stück besser. Der wirklich aufmerksame Zuhörer findet immer noch ein paar hölzerne Formulierungen und die Aussprache japanischer Namen stimmt nicht immer ganz, aber das sind allerhöchstens kleine Schönheitsfehler. Die deutsche Fassung ist durch und durch gelungen.

Fazit

Mit „Ghost in the Shell: The New Movie“ schafft es das Arise Universum leider nicht über sich selbst hinauszuwachsen. Die unnötig vielen komplexen Handlungsstränge halten den Film am Ende nur auf. Dass die Geschichte trotzdem noch funktioniert und kurzweilig bleibt ist ein Beweis für die Qualität seiner Zutaten. Aber auch das beste Filet hat keine Chance, wenn es zu lange auf der Pfanne schmort und zu schwer gewürzt wird. Im Rahmen der Arise Serie zählt „Ghost in the Shell: The New Movie“ zu den besseren Einträgen. Im Vergleich zu den früheren Werken hinkt der Film hinterher. Fans können trotzdem zugreifen. Der neue Film ist definitiv kein Fehlgriff. Ihm fehlt es nur an Finesse.

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Typ: Movie
Episoden: 1
Status: Finished
Release: 10. Januar 2015
Producers: Production I.G
Genre: Sci-Fi, Cyberpunk, Action
SoundCloud / YouTube




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