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Reviews

ACCA - Anime Review

ACCA: 13-ku Kansatsu-ka oder einfach nur ACCA ist die aktuellste Serie des Studio Madhouse, welches in der Vergangenheit schon oft sehr talentierte Leute zusammenbrachte bzw. ihnen eine Möglichkeit gab, sich zu entfalten. Sie sind bekannt für allgemein sehr beliebte Werke wie die 2011er Version von HunterxHunter, Hajime no Ippo und Death Note. Zudem auch Meisterwerke, die Satoshi Kon bei ihnen produziert hat. Dazu zählen Paprika, Perfect Blue und Paranoia Agent. Zuletzt haben sie jedoch mit der hohen Qualität der Adaption von One Punch Man und dem Mann der dafür verantwortlich ist, Shingo Natsume, Aufsehen erregt. Nun, ca. ein Jahr nachdem One Punch Man abgeschlossen ist, ist Natsume wieder als Director einer Serie zurückgekehrt und hat dabei ein Werk von der von vielen gelobten Autorin von House of Five Leaves, Natsume Ono, adaptiert. Ob ACCA so gut ist, wie die Leute die daran arbeiten oder ob das Sprichwort stimmt und zu viele Köche den Brei verderben, werde ich nun beurteilen.

Story

Die Story von ACCA beginnt einfach. Die Inspektionsbehörde soll aufgelöst werden. Warum denn auch nicht? In dem Königreich Dowa herrscht seit 100 Jahren Frieden, nachdem die 13 früheren Königreiche, aus dem der Inselstaat früher bestand, unter einem König vereint wurden. Jeder Bezirk ist jedoch anders: Eigene Kultur, eigene Lebensphilosophie und Einwohner, die mal mehr und mal weniger glücklich mit ihrem Leben sind. Kontrolliert bzw. verwaltet werden alle Staaten unter einer großen Organisation mit dem Namen ACCA. Diese ist, wie die Bezirke an sich, immer ein wenig verschieden und um die einzelnen Zweige zu kontrollieren, gibt es die Inspektionsbehörde. Wie gesagt: Es herrscht Frieden und allem Anschein nach passiert auch nicht so oft etwas außergewöhnliches und so wird die Schließung von allen Beteiligten bereits erwartet. Nachdem nun auf der letzten Untersuchung eines Bezirkes unser Hauptcharakter Jean Otus einen Betrug aufdeckt, wird die Schließung der Inspektionsbehörde abgeblasen und eine Untersuchung aller Bezirke im Zeitraum von sechs Monaten veranlasst.
Was als episodische Erkundung der Welt, ihrer Vielfalt und ihrer Charaktere beginnt, entwickelt sich Stück für Stück zu einem politischen Drama mit komplexer Hintergrundgeschichte und interessanten Twists. Selbst während die Serie ihre Story weiter ausbaut, verliert sich jedoch das Grundelement der Erkundung der Bezirke nicht. Man wechselt eher die Perspektive und realisiert erst nachwirkend Sachen, die da waren, aber als unwichtig oder als Teile des episodischen Charakters der Show erschienen.
Auf dem Papier klingt das toll und es ist auch oft ziemlich interessant, aber oftmals fühlt es sich an, als wäre die Story wirklich fürs Papier gemacht. Ich war sehr erstaunt herauszufinden, dass ACCA nicht auf einer Light Novel basiert. Es hat viele Stellen, die in geschriebener Form sicherlich interessant sind, aber keine visuelle Komponente haben. Meistens wird bei Gesprächen und Erklärungen zwischen Charakteren auf Szenen zurückgegriffen, wo die Charaktere essen oder rauchen, um dem Zuschauer wenigstens etwas auf dem Bildschirm zu zeigen. Einer der wichtigsten Faktoren dabei ist Brot… Ja, Brot. ACCA ist eine Show für alle Liebhaber von Brot oder Gebäck. Es ist nicht nur oftmals wichtig in der Story sondern auch die treibende Kraft in Szenen, die ich als Filler bezeichnen würde. Teilweise ganze Gespräche beziehen sich auf Brot oder Kuchen oder irgendetwas, das lecker ist, aber mit der Story absolut nichts zu tun hat. Meine Abneigung mag vielleicht dem Fakt geschuldet sein, dass dies eine Seinen Show ist, ich also nicht die Zielgruppe bin, dennoch war die Atmosphäre von ACCA eine der besten Sachen der Show.
ACCA hat viele ruhige Stellen, wo einfach nur Stille herrscht oder ein Lied seines Soundtracks einen dahin trägt. In starkem Kontrast zu Shingo Natsumes letzter Show, One Punch Man, ist ACCA um einfache Momente herum gestrickt. Nichtsdestotrotz sind diese spannend und mitreißend. Sie ziehen einen mit einer sehr menschlichen Art hinein und lassen einen nicht los, bis die Nachricht, die sie rüberbringen wollen, wirklich den Zuschauer erreicht.
Der Abstand dieser Momente ist jedoch manchmal fragwürdig. Das Pacing der Show ist recht komisch, da episodenweise scheinbar nichts wichtiges passiert, aber dann in wenigen Episoden große Teile des Plots belichtet werden. Leider muss ich sagen, dass das der Show am Ende nicht gut getan hat. Dem Ende fehlt es an Wichtigkeit. Es passiert sehr viel auf einmal, ohne dass dies vorher schonmal angedeutet wurde und man fühlt sich, als wäre eigentlich gar nichts passiert. Die Show geht mit dem Ende um wie mit allem anderen, ruhig und gelassen, und so kommt es, dass sich alles ein wenig lasch anfühlt und so viel Build Up während der Show sich unnötig anfühlt.
Die Story bzw. das Storytelling in ACCA sind allgemein sehr interessant und erfrischend, während über kleine Fehler hinweg zu sehen ist, ist das Ende leider enttäuschend. Die einzelnen Geschichten, die der Zuschauer aber während der Laufzeit erzählt bekommt, machen das Ende aber wieder weg.  

Charaktere

Nachdem ich nun ACCA für seine sehr gut zum Leben erweckte Welt gelobt habe, werde ich mir nun im einzelnen die verschiedenen Elemente anschauen, die dazu beitragen. Das wohl Wichtigste in dieser Hinsicht sind die Charaktere. ACCA schafft es, viele verschiedene Konzepte und Hintergrundgeschichten in seinen Charakteren zu vereinen, ohne dass sie überzogen oder unpassend wirken. Selbst Charaktere, deren Motivationen oder deren Hintergrund nicht erklärt werden, fühlen sich an, als wäre viel Überlegung in ihre Erstellung geflossen. Auch Hintergrundfiguren, die teilweise nur für einen Witz gedacht oder einfach nur Filler sind, haben Charakterentwicklung bzw. Sachen, die Off-Screen passieren und nichts mit der Story zu tun haben. Da es eigentlich selbstverständlich ist, dass die Leute während der Laufzeit der Show etwas erleben, fühlen sich die Charaktere real und glaubwürdig an. Leider sieht man in vielen Shows heutzutage diesen einfachen Gedanke, also dass Sachen allen Charakteren passieren, sie also ihre eigene Geschichte abseits der Hauptstory haben, nicht mehr so oft.
Um nun spezifischer zu werden, kommen wir auf Jean zu sprechen. Jean "Cigarette Peddler" Otus ist der Hauptcharakter der Show und der Dreh und Angelpunkt der Geschichte, obwohl es erst so scheint, als wäre er ein einfacher Beobachter. Er ist ruhig, bedacht aber auch teilweise unbeholfen. Anfangs ist es äußerst schwer einzuschätzen, wie Jean sich fühlt oder was er denkt. Wirklich öffnen tut er sich erst, wenn er betrunken ist, und trinken tut er nur mit Nino. Jean ist von Anfang bis Ende ausgeglichen. Er wird gut charakterisiert und in Momenten, in denen die Show sich zuspitzt, fällt er nicht aus der Rolle. Es ist eher so, dass der Zuschauer dazu verleitet wird, zu glauben, dass er aus der Rolle fällt. Auch wenn er recht gleich bleibt, heißt es aber nicht, dass er sich nicht während der Laufzeit weiterentwickelt. Nein, er setzt sich mit vielen emotionalen Problemen auseinander und überwindet sie und wächst so.
Die zwei wichtigsten Personen in Jeans Leben sind Lotta und Nino. Während Nino sich während der Show weiterentwickelt bzw. seine Beziehung zu Lotta und Jean erklärt wird, ist Lotta eher ein Mittel um die Story voranzutreiben oder Sachen klar zu machen. Wir lernen zwar, was sie mag und wie sie gestickt ist, aber eine wirkliche Entwicklung erfährt sie nicht.
Das einzig negative an den Charakteren ist der “Antagonist”, um mal nichts zu spoilern. Er ist der einzige, bei dem ich das Gefühl hatte, dass er sich “Out of Charakter” verhalten hat. Dieses Gefühl überträgt er auch auf die Charaktere, mit denen er interagiert, wobei dies wahrscheinlich so gewollt war. Nichtsdestotrotz mag ich das nicht.
Aber so gut wie alle Charaktere haben eine interessante Hintergrundgeschichte und Motivation. Ich könnte Seiten über jede einzelne Person aus ACCA reden und wie gut sie charakterisiert sind oder wie sie interagieren oder wie alle Charaktere verbunden sind. Es sollte jedoch klar geworden sein, dass sie der Hauptpunkt sind, warum ich ACCA in Erinnerung behalten werde.

Visuelles

Während Natsumes letztes Werk als Director, One Punch Man, sehr viele gute Kampfszenen hatte und viel Effektanimation, was auch durch einfach zu animierende Charakterdesigns zu erkennen war, stützt sich ACCA auf sehr detaillierte Charakterdesigns und Charakteranimation. Die Neuinterpretationen der Charakterdesigns aus dem Manga wurden von Norifumi Kugai beigetragen, welcher zuvor schon mit Natsume als Key-Animator für Space Dandy und Action Animation Director für One Puch Man gearbeitet hat. Als Key-Animator hervorzuheben sind Toshiyuki Sato, Norifumi Kugai, Hidehiko Sawada und Keisuke Kojima, welche schon an One Punch Man gearbeitet haben und Izumi Murakami welche für die Eistanzszene in Death Parade verantwortlich war. Hierbei muss ich erwähnen, dass größtenteils nicht bekannt ist, wer welche Cuts in der Show gemacht hat, ich das also nicht nennen kann. Für die Hintergründe verantwortlich ist das allgemein sehr beliebte Studio Pablo, welches auch die Hintergründe für Kill la Kill, Flip Flappers und Little Witch Academia (Film) beigesteuert hat.
Allgemein lässt sich sagen, dass ACCA sehr schön anzuschauen ist. Die Hintergründe und die realistisch gehaltenen Cuts fügen sich gut in die Show ein. ACCA schafft es auch, seine optische Qualität die komplette Laufzeit zu halten oder sie wenigstens mit schönen Standbildern zu vertuschen.

Sound

Für die Musik verantwortlich ist Takahashi Ryo, welcher den Soundtrack von Oshiete! Galko-chan komponiert hat. Obwohl dies erst sein drittes mal als Composer für einer Show ist, schlägt er sich extrem gut. Der Soundtrack hat viele Elemente von Jazz und klassischer Musik, verbindet aber auch Pop und Electro damit. Der Soundtrack erinnert mich an meinen Lieblingskomponisten Taku Iwasaki und gefällt mir sehr gut. Es sind sehr entspannende Lieder dabei, aber auch Tracks, die man einfach im Alltag hören kann. Die Show nutzt den Soundtrack recht gut aus, was nicht immer selbstverständlich ist. Das Opening wird von Aira Yuuki vorgetragen und verbindet die oben genannten Genre. Das Opening war jedes mal wieder ein guter Einstieg in die Show und man hat schnell Lust auf mehr bekommen.

Fazit

ACCA: 13-ku Kansatsu-ka ist gut. Ich empfehle es jedem, der auf realistische Charaktere, ruhige Atmosphäre, Worldbuilding und politische Dramen steht. Leute, die Action oder stumpfe Comedy suchen, sind hier leider falsch. Sollte man aber mal genug von Anime typischen Stereotypen haben, ist es eine frische Abwechslung. Mich haben teilweise sehr langwierige Szenen oder einfach langweilige Momente gestört. Auch hätte ich mir das Ende etwas impressiver vorgestellt, auch wenn dies nicht unbedingt dem Charakter der Show entsprochen hätte. Das Build Up stand leider in keinem guten Verhältnis zum Pay-Off und die “bösen” Charakteristika des Antagonisten waren manchmal unnötig überzogen. Letztendlich hat die Show jedoch einen positiven Eindruck auf mich gemacht und sollte man nicht zu sehr auf Genre fixiert sein, sollte man sie sich anschauen.

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Typ: TV
Episoden: 12
Status: Finished
Release: Januar 10., 2017
Producers: MADHOUSE
Genre: Drama, Krimi, Thriller
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