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Reviews

Ghost in the Shell - ARISE: border: 1+2 - Anime Review

Cyborgs, Cyborgs, Cyborgs!

Ghost in the Shell Arise ist eine ursprünglich vierteilige moderne Form der OVA. Die Episoden liefen in Japan einen Monat vor ihrer Videoveröffentlichung im Kino und die Serie wurde dann später auch im japanischen Fernsehen ausgestrahlt, mit ein paar extra Episoden, die man dann auch als zusätzliche OVA veröffentlicht hat. Hier geht es uns um die original vier Episoden, in dieser Rezension um die ersten zwei, „Ghost Pain“ und „Ghost Whispers“. Inhaltlich ist Arise eine Vorgeschichte zum Ghost in the Shell Universum, spielt also bevor unsere Hauptfrau, der Major mit ihrem Team aus Cyborg-Agenten auf Verbrecherjagd geht, so wie man es aus den anderen Werken kennt.

Story

In der ersten Episode „Ghost Pain“ ist unser Hauptcharakter Motoko Kusanagi noch beim Militär und untersucht den Mord an ihrem Vorgesetzten. Bei der Spurensuche trifft sie auf viele bekannte Gesichter aus dem Ghost in the Shell Universum, die ihr mal helfen oder auch mal im Weg stehen. Sozusagen ein erstes Zusammentreffen der späteren Truppe. Die Weichen für die weitere Entwicklung werden also gleich von Anfang an gestellt, auch wenn der Major bei der ersten Episode ganz klar erst mal im Vordergrund steht. Es ist ihre Geschichte, in der auch ihre Vergangenheit beleuchtet wird.

In der zweiten Episode „Ghost Whispers“ geht es um einen ehemaligen Kriegshelden. Der soll vor einem Gericht wegen angeblicher Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt werden. Doch er und seine alten Kameraden wollen sich das nicht gefallen lassen und starten einen groß angelegten Hacker-Angriff auf das komplette Verkehrsnetz der Stadt. Der Major hat ihre Truppe noch nicht offiziell zusammengestellt und muss ganz schnell improvisieren, um den aufständischen Soldaten das Handwerk zu legen. Dabei bekommt sie Hilfe von einer unbekannten Agentin, die natürlich ihre eigenen Ziele verfolgt.

Bei der Story habe ich auch gleich meinen wichtigsten Kritikpunkt. Vorbild für Arise ist von all den Inkarnationen von Ghost in the Shell vor allem die Fernsehserie. Und hier übertreibt Arise es leider und stopft einfach zu viel Material in die Geschichten rein in seinem Eifer so wie die Fernsehserie zu sein.

Die OVA versucht den selben Effekt wie seine Vorgänger zu erzeugen, Stichwort: Zerebrale Unterhaltung. Besonders die TV Serie zu Ghost in the Shell ist bekannt für ihre fast schon überwältigend komplexen Themen und Handlungsstränge. Die Hintergründe der Verbrechen sind teilweise so stark verschachtelt, dass sie für den Zuschauer undurchdringlich wirken. Dann wird noch bei den Interaktionen und Dialogen der Protagonisten sehr darauf geachtet, sie so intelligent und kompetent wie möglich auftreten zu lassen. Wenn es funktioniert, dann vermittelt das einem das Gefühl, dass die Protagonisten so etwas wie einen gedanklichen Hochseilakt auf höchstem Niveau vollführen. Wie eine Krimigeschichte mit einem richtig cleveren Detektiv, nur mit mehr Schichten.

Doch Arise kann diesen Effekt nicht wirklich überzeugend reproduzieren. Der Zuschauer wird von der Erzählung einfach zu sehr im Stich gelassen. Die Puzzle zur Lösung der Verbrechen werden so sehr verschleiert, dass man selbst mit Notizzetteln und arg viel Aufmerksamkeit für Details fast völlig im Dunkeln tappt. Und die Auflösung verkommt dann zur Exposition, in der alles erzählt werden muss, was man in der Episode nicht gezeigt hat. Natürlich ist es dann noch nicht vorbei, denn die erste Auflösung kratzt erst mal nur den Lack ab und ihr folgt dann die zweite oder auch mal die dritte Aufklärung über die wahren Hintergründe. Diese vielen zusätzlichen Lagen erdrücken die Geschichte ab und zu und die Komplexität, die wirkt leider etwas bemüht. Kann sein, dass die Hauptursache dafür Zeitmangel ist. Aber das Drehbuch und die Regie sind ihrer Aufgabe auch nicht immer gewachsen und es gibt Stellen mit offensichtlicher Exposition und auch mal einen Deus Ex Machina. Die erste Episode leidet besonders darunter, aber die zweite macht es schon etwas besser.

Charaktere

Hier merkt man zum ersten mal, dass es sich hier nicht nur um eine Vorgeschichte, sondern auch um ein Alternativ-Universum handelt, bei dem besonders die Charaktere andere Züge haben als gewohnt. Für den einen oder anderen langjährigen Fan mag das vielleicht störend sein. Aber von Konsistenz bei den Charakteren kann man bei den verschiedenen Versionen von Ghost in the Shell eh nicht sprechen. Die ursprüngliche Manga Version des Majors zum Beispiel ist in einigen Bereichen deutlich anders als alle ihre animierten Inkarnationen. Hier bei Arise ist ihre Hintergrundgeschichte wieder eine andere als etwa in der Fernsehserie. Anderswo fallen allerhöchstens ein paar Nebencharaktere auf, die auffällige neue Macken haben. Aber sonst bleiben die Helden größtenteils gleich. Die wichtigen Personen bekommen alle genug Zeit und Raum, um ihre Beweggründe zu beleuchten. Für viel Charakterentwicklung ist allerdings kein Platz. Das schafft die Serie bei ihrer inhaltlichen Dichte einfach nicht von der Zeit. Aber verlockende Köder wirft sie schon ab und zu aus. Besonders die unbekannte Agentin in der zweiten Episode und ihre Rolle in der Geschichte machen sehr neugierig.

Optik

Arise hat leider seine kleine Sammlung von Schönheitsfehlern. Manchmal in der Animation, manchmal im Charakterdesign. Öfters in den Kameraeinstellungen und der Bildkomposition. Bei manchen Szenen wirkt das Auge des Betrachters einfach ungünstig gewählt. Die Animationsabteilung leistet zwar beachtliche Arbeit und sowohl die Action als auch Charakter-szenen sind wirklich überzeugend gemacht. Aber sie leidet auch unter dem Schnitt, bei dem man als Zuschauer teils die Übersicht verliert. Gelegentlich gleiten auch die Gesichtszüge ab und leider nicht in einer künstlerisch überzeugenden Art und Weise. Der Stil wirkt dadurch nicht ganz einheitlich. Die Computer-Animationen dagegen schaffen es öfters, sich in die restliche Animation gut einzufügen. Da gibt es zwar auch Szenen in der die Effekte etwas störend auffallen, aber die sind seltener. Besonders die Logicoma-Roboter, die spinnenartigen, gesprächigen Panzer, die passen richtig gut. Das liegt wohl auch an der Farbpalette. Da kann man vielleicht nicht von grell oder bunt reden, bei so einer eher gedämpft gefärbten Zukunftskulisse. Aber die Bandbreite an Farben ist schön ausgebaut und man traut sich auch an härtere dunklere Schattierungen heran, was ich immer gut finde.

Sound

Musikalisch dümpeln die elektrischen Melodien von Arise eher so vor sich hin, anstelle den Puls zu beschleunigen. Ich würde zwar nicht so weit gehen die Musik als Hintergrundrauschen zu bezeichnen aber wirklich herausragend ist sie nicht. Wenn sie mal nicht unauffällig ist, ist sie mir leider etwas zu schief und verzerrt. Aber da würde ich auf meinen Geschmack für elektrische Musik nicht allzu viel Wert legen. Die Lieder zum Vor- und Abspann haben mir dagegen besser gefallen. Auch wenn sie eher etwas experimentell wirken, fand ich sie doch sehr passend zur Stimmung und Atmosphäre.

Die deutsche Synchronisation ist durchweg solide. Vergleicht man sie mit dem Original, fällt sie teilweise etwas flach aus, was die emotionale Reichweite angeht. Die Rollen sind allerdings gut gewählt. Besonders die Stimmen von Saito, dem Scharfschützen, und der Logicoma Einheit passen wie die Faust aufs Auge. Dabei muss man erwähnen, dass im Original die Sprecher nicht dieselben sind wie in den Vorgängern. Wenn man die Stimmen der neuen japanischen Sprecher bedenkt, kann man bei der Wahl der deutschen Synchronsprecher wirklich nicht meckern. Die Übersetzung hat zwar hier und da ein paar kleine Schnitzer, aber wirklich groß störend ist das nicht. Die deutschen Sprecher bemühen sich auch die japanischen Namen richtig auszusprechen, was größtenteils gut gelingt. Wer etwas besser japanisch spricht, dem werden ein paar Ungereimtheiten auffallen, aber nichts was die Suppe versalzen würde.

Fazit

Ich hab jetzt zwar viel kritisiert an Ghost in the Shell Arise aber das soll nicht heißen, dass ich die OVA schlecht finde. Ganz im Gegenteil. Ich finde sie ist gut gelungene und solide Science Fiction und Cyperpunk Kost. Langeweile kommt bei der Erzähl-geschwindigkeit eh nicht auf, selbst wenn die Geschichte dem Zuschauer manchmal zu weit vorausfährt. Es gibt reichlich Action, Intrigen und Geheimnisse um nicht nur den Genre-Fan bei der Stange zu halten und das Ende der zweiten Episode lässt gerade so genug offen um Lust auf mehr zu machen. Für das breite Publikum könnte ich die OVA allerdings nicht uneingeschränkt empfehlen und langjährige Ghost in the Shell Fans dürfen ihre Erwartung nicht all zu hoch schrauben. Alles in allem würde ich Arise mindestens als überdurchschnittlich, meist besser einschätzen und wer Science Fiction und Cyberpunk Fan ist, der kann sich die Serie getrost in den Schrank stellen.

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Typ: OVA
Episoden: 4
Status: Finished
Release: Juli 22., 2013
Producers: Production I.G
Genre: Sci-Fi, Krimi, Action
SoundCloud / YouTube




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