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Reviews

Death Parade Vol. 1 - Anime Review

Verzweiflung selbst nach dem Tode

Du stehst ohne Erinnerungen plötzlich in einer Bar und musst ein Spiel spielen. Was nach einer gängigen Samstagabendsituation klingt, ist in diesem Falle der Handlungsrahmen des Dramas Death Parade, wovon ich nun das erste Volume reviewen werde.

Folge 1 der Serie wirft uns direkt in das Geschehen. Ein junges Paar tritt aus einem Fahrstuhl an eine wunderschön gestaltete Bar in einem riesigen Raum, in welchem zahlreiche Leute in Rängen wie in einem Opersaal auf die Bar blicken. Die Verliebten werden von Decim, den wir später als Protagonisten kennenlernen, aufgefordert ein Spiel zu spielen, in welchem der Preis ihr Leben ist. Nachdem sie nun auf den Knopf drückten, der das nun stattfindende Spiel auslost, erscheint in großem Spektakel, das optisch wirklich beeindruckend ist, da es von einer schnellen Kamerafahrt mit starken Nebel- und CGI-Effekten Gebrauch macht, das Spiel: Dart. Sieben Pfeile - Wer die meisten Punkte macht, gewinnt. Dabei stellt jeder Abschnitt ein Organ des Gegenspielers dar, welches verletzt wird, wird das entsprechende Feld getroffen. Ab hier kann das Drama seinen Lauf nehmen.

Das Spiel hat einen bestimmten Zweck, der nicht dem ursprünglich erzähltem dient, und zwar soll unser Barkeeper Decim herausfinden, wie er über die Seele des jeweiligen Spielers entscheiden soll, denn diese sind längst tot. Das Spiel zwingt die Menschen in Situationen, die ihren wahren Charakter widerspiegeln sollen, während sie sich langsam an die Geschehnisse in ihrem Leben erinnern. Man könnte die Situation als eine Art Kammerspiel bezeichnen: Eingeschlossen in einer großen Bar ohne Entkommen sind stets zwei Kandidaten einem Spiel aufgezwungen. Abstand nehmen die Figuren höchstens über die unterschiedlichen Räume der Bar, doch nicht in großer Distanz. In diesem Sinne ist es Death Parade wichtig, das, was sich in den Köpfen der Kandidaten abspielt, auf eine spannende Art und Weise zu inszenieren. Schon Folge 1 zeigt ein deutliches Hin und Her auf. Unvollständige Erinnerungen sorgen für Missverständnisse und resultieren im Streit zwischen den Liebenden, welcher böse Momente annehmen kann und moralische Fragen aufwirft. Für ein schwaches Gemüt ist Death Parade nicht unbedingt, da es inhaltlich tief greifen kann, und nicht weil Blut und Gedärme fließen.
Ebenfalls interessant an diesem Anfang ist noch die spätere Reflektion über das Geschehen in Folge 2, wo unsere zweite, noch namenslose Protagonistin vorgestellt wird, die in dieser Welt zwischen Leben und Tot neu zu sein scheint. Eingeführt in das Geschehen wird sie von der Chefin Nona, die sich gleichzeitig ein Urteil über Decim urlaubt. In diesem Rückblick wird die Handhabung von Decims Arbeit gezeigt und man bekommt einen näheren Eindruck, wie diese Situationen für die Schiedsrichter wie Decim sein müssen. Nur raten können sie über die Gedankenwelt der Spieler, hingegen sie jedoch mit den vollständigen Erinnerungen dieser Menschen ausgerüstet sind.

Fast schon interessiert wäre ich in eine Episode, die sich nur auf diese Weise erzählt, aber wir als Zuschauer sehen die Serie in späteren Folgen immer eher aus den Augen der Spieler. Beinahe eine vertane Chance, wären die einzelnen Geschichten nicht stets so rätselhaft. Wie in einem Krimi werden die Vorgeschichten unserer Charaktere aufgelöst. Während jedes Spieles, in Folge 3 geht es um Bowling und in Folge 4 um ein Arcade Klopper, kehren ja, wie ich bereits erwähnte, die Erinnerungen der Spieler zurück. Das sorgt durchaus dafür, dass sie mehrmals die Meinung über ihren Mitspieler wechseln oder mit einem anderen Gedankengang an das Spielgeschehen herangehen. Folge 1 und 4 spielen mehrmals mit dieser Idee, wie die Menschen sich durch plötzliche Erinnerungen verändern, was zugegeben etwas schlagartig in einigen Momenten wirken kann. Etwas, womit man sich in Death Parade wohl abfinden muss: Schlagartigkeit. Ein auf einmal eintretender Wutanfall während man sich gerade versöhnte ist nur ein Beispiel, welches in Folge 1 stattfindet, und in lautem Gebrülle ausartet. Wie vergessen ist die vorher gewonnene Versöhnung, nur weil eine Kleinigkeit augenblicklich in den Kopf gerät.

Stark ist Death Parade in seiner Präsentation abseits von Charakterinteraktionen. Die Optik äußert sich in nahezu unbeschreiblicher Schönheit. Quitschbunt, völlig übertriebene Animationen, vor allem in Mimiken und Gestiken, alles funkelt und glitzert und die Macher der Serie fanden viele Möglichkeiten, CGI nahtlos in den restlichen Zeichen- und Animationsstil einzubinden, sodass dieses nie besonders auffällt. Auch die Musik von Yuuki Hayashi (Boku no Hero Academia, Kiznaiver) weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. Mit ruhigen Klavierklängen, aber auch intensivem und lautstarkem Tastengeklimper und die hin und wieder auftauchenden Streicher gehen wirklich unter die Haut. Der Mann versteht sein Handwerk auf ganzer Linie und konnte den Gänsehaut-Funken für mich in mehreren Momenten in der Serie bereits auslösen. Bereits in Folge 4 gab es da einen schönen Moment, der mich wahrscheinlich ohne diese starke musikalische Untermalung nur halb so gut getroffen hätte.

Die deutsche Sprachausgabe lässt mich jedoch zwiegespalten zurück. Ja, mir wurde rosarot vor Augen, als ich hörte, dass Farina Brock Nona spricht, die man eventuell als die deutsche Stimme von Mercy aus Overwatch kennt. Und ja, als ich Benjamin Völz (feste Synchronstimme von Keanu Reeves und David Duchovny) hörte, schlug mein Herz ein wenig höher. Aber die Nebenrollen litten für mich ein wenig darunter, dass sie nicht unbedingt überzeugend klangen. So als hätten die Sprecher nur vielleicht 70% gegeben. Es war auf keinen Fall so, dass ich sagen würde, dass sie schlecht sprachen, aber ich hatte stets das Gefühl: Da geht mehr.

Als Fazit der ersten vier Folgen (und der OVA Death Billiards, welche als Bonus ohne deutsche Synchro auf der Blu-Ray und DVD ist) kann ich nur sagen, dass Death Parade hier schon mein Interesse weckte. Ab und zu mag die Serie etwas plötzlich sein, aber das kann ich bei diesen interessanten Charakteren und spannenden Geschichten durchaus übersehen. Auch die Inszenierung hält deutlich bei Stange und setzt dem Ganzen sein I-Tüpfelchen drauf. Wer mag, kann schon längst zuschlagen, denn hierzulande gibt es die Serie dank Universum Anime auf Blu-Ray und DVD.

DeathParadeVol1(01).jpgDeathParadeVol1(02).jpg

©Yuzuru Tachikawa. ©MADHOUSE/NTV/VAP 

Typ: TV
Episoden: 1 - 4 auf Volume 1
Status: Finished
Release: Januar 10., 2015
Producers: MADHOUSE
Genre: Drama, Thriller
Story
Grafik
Sound
Charaktere
8,0
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