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Reviews

Orange - Anime Review

Ist ein Leben ohne Reue möglich?

Mit dieser Frage beschäftigt sich das bitter melancholische Liebesdrama Orange und wie gut diese Serie ihrer Thematik Herr werden kann, das erfahrt ihr jetzt.

Story:

Unsere Protagonistin Naho erhält eines Tages einen Brief von ihrem Ich 10 Jahre in der Zukunft, welches unbedingt möchte, dass Naho einiges ungeschehen macht, was in ihrem zweiten Highschooljahr passieren wird, da sie diese Reue sonst in alle Ewigkeit plagen würde. Doch was ist das große Problem? - Der neue Mitschüler Kakeru, dessen Mutter mit der Einschulung Kakerus in seine neue Klasse Selbstmord begeht, was bei ihm zu schwerer Depression führt. Ein Zeitlimit fürs Kakerus Leben steht fest: Am 15. Februar wird er Selbstmord begehen und Naho und ihre Freunde müssen das um jeden Preis verhindern.
Diese Prämisse mag einfach klingen, trägt allerdings eine Menge Potential mit sich herum. Kann Orange diesem Potential gerecht werden? Definitiv, sage ich schon mal im Vorraus. Kommen wir dabei zuerst auf den Erzählstil zu sprechen, denn wir erleben nicht nur Naho als 17 jähriges Mädchen, sondern bekommen pro Folge auch wenige Minuten ihres zukünftigen Daseins zu sehen, wo sie mit dem starken und selbstbewussten Suwa verlobt ist, welcher schon seit der Highschool auf sie steht und die beiden haben sogar ein Kind! Naho ist im zweiten Schuljahr jedoch in Kakeru verliebt und das sorgt für eine sehr komplexe Dynamik, die schwierig in Worte zu fassen ist. Wir verfolgen Naho, die mit aller Anstrengung versucht, mit Kakeru zusammenzukommen und wissen; ja, wir wissen, dass sie in Zukunft jedoch mit Suwa verlobt ist und man kann dem stets um Nahos Glück bemühten Suwa mit viel mehr Verständnis entgegentreten, was für eine recht unterschwellig gehaltene Melancholie rund um ihn sorgt und mich in einigen Momenten ihn wirklich bemitleiden ließ.
Natürlich ist Suwa jedoch nicht das Hauptthema, sondern Kakeru, der unter einer erstaunlich realistischen Depression leidet. Er selbst ist sich gar nicht so bewusst, dass er unter einer Depression leidet und er ist erstaunlich bemüht darum, seine Melancholie von den anderen fernzuhalten, da es diese ja immerhin nichts angeht, nicht wahr? Wie der Anime jedoch seine echten Emotionen darstellt, ist reife Leistung. Die Dialoge werden im Laufe der Zeit immer melancholischer und deprimierender, während anfangs der Anime noch viel mit Schnitt, Regie und Kamera seine Emotionen zeigte. Diesen Punkt spreche ich bei der Optik des Anime nochmal genauer an. Diese langsam anbahnende Gefahr, diese sich langsam bildende schwarze Wolke um Kakeru herum, ist, wie bereits erwähnt, eine sehr nachvollziehbare und realistische Depression, da ich sehr ähnliche Erlebnisse von mir und Bekannten kenne - Depression ist nun mal keine Krankheit wie ein Fieber, der über Nacht kommen kann, sondern sich langsam aufbaut, wie es hier in Orange der Fall ist.

Charaktere:

Ein gutes Drama braucht auch gute Charaktere und wie man meinem Storyteil vielleicht entnehmen kann, haben wir gute Vorlagen dafür. Zwar mag die Protagonistin der Serie am wenigsten Charakter haben, doch die Nebenfiguren kommen zum Glück mit ein bisschen was daher. Ja, Naho ist, sagen wir, ein ziemlich offen gestalteter Charakter, sodass die ganzen Leserinnen und Zuschauerinnen sich leicht in sie hineinversetzen können, immerhin handelt es sich bei Orange um eine Shoujo Serie, heißt, sie ist für weibliches Publikum gemacht worden. Suwa und Kakeru halten zum Glück für vieles her, gerade für eine sehr melancholische Stimmung, was erstaunlich ist, da beide so unähnlich sind, wie sie nur sein können, aber beide begleitet eine gewisse Trauer. Suwa ist lebensfroh, sportlich und attraktiv, während Kakeru ruhig, gelassen und zurückhaltend ist. Wovon sie leben, ist eher der Erzählung zu verdanken, statt ihres eigentlichen Charakters, da sowohl sie wie auch der Rest eigentlich komplette Durchschnittsware sind, aber der Erzählstil nun mal viel aus diesen simplen Charakteren rausholt. Das wirkt sich natürlich positiv darauf aus, wie man diese Charaktere im Kopf behält, gibt jetzt aber nicht so viele Pluspunkte! So gütig wollen wir mal nun auch wieder nicht sein, immerhin müssen wir uns der eigentlich blassen Realität entgegenstellen.

Optik:

Ja, Mensch, welchen Regisseur haben wir denn hier abbekommen? Hiroshi Hamasaki, der Regisseur von Steins;Gate - Der Mann ist gut und das zeigt er auch wieder mal. Orange ist gerade anfangs noch sehr gut darin, mit Metaphern, schnellem Schnitt, interessanten Kameraperspektiven und sehr dynamischer Darstellung der Mimiken und Gestiken zu arbeiten, wovon die zwei Minuten nach dem Opening der vierten Folge ein Paradebeispiel sind. Mit der Zeit lässt diese wundervolle Dynamik leider nach und wird durch immer noch gute, aber lange nicht so interessante, langsame und ruhige Schnitte getauscht, welche natürlich der Melodramatik und Melancholie dienen. Das ist zwar schade, den hervorragenden Anfang werde ich aber vermutlich nicht so schnell vergessen.
Gezeichnet ist die Serie zwar sehr detailliert, wobei das Farbspektrum recht dunkel und abwechslungslos bleibt. Mimiken und Gestiken werden mit viel Hingabe dargestellt und sind ein weiterer Grund für das sehr gut funktionierende Einfühlen in manche Charaktere. Als Charakterdesigner haben wir den ziemlich begabten Nobuteru Yuuki, welcher unter anderem bei Record of Lodoss War und der 2012er Version von Space Battleship Yamato für das Charakterdesign zuständig war und auch bei Orange viel Liebe fürs Detail übrig ließ. Wie man vielleicht merkt, erwähne ich es des Öfteren, dass viele Details in der Optik dieser Serie stecken und ich könnte das noch Millionen weitere Male erwähnen. Orange ist schlicht wunderschön, bietet nur leider viel zu wenige Farben und zu wenig Abwechslung, was man schon beinahe auf den Realismus der Serie beziehen könnte, da auch das wahre Leben nun mal nicht so bunt aussieht, wie manch Comedy Anime und selbstredend dient das dazu, die Trauer der Serie auf eine weitere Art und Weise darzustellen.

Sound:

Zuerst die Musik, denn die ist wundervoll. Viele ruhige Gitarrenstücke begleiten den Zuschauer durch Orange, wobei ich das Gefühl hatte, nicht einen Track doppelt gehört zu haben, beweisen kann ich das jetzt jedoch nicht, da die CDs der Serie erst noch erscheinen. Auf jeden Fall ist die Musik sehr passend und atmosphärisch, was gerade bei einem so finsteren Melodrama äußerst wichtig ist.
Desweiteren gelingen den Synchronsprechern viel Feingefühl für die einzelnen Charaktere mitzubringen und sie auf eine gewisse Art und Weise realistisch darzustellen, wie ich es zuletzt in Hibike! Euphonium sah, hier jedoch diese Art hin und wieder von dem Geweine und Geschreie eines Jun Maeda Werkes unterbrochen wird. In gewisser Weise ist Orange eine Kombination aus realistischem Drama und überempfindlicher Melodramatik, was die Sprecher kompetent rüberbringen können, wenn ich auch mit so manch gequetschtem Herumgeweine nicht ganz einverstanden bin.

Fazit:

Orange ist gut, sogar sehr gut, aber dafür muss man auf Melodramas stehen und das ist nicht jedermanns Fall. Wer CLANNAD After Story mochte und auch die anderen Werke Jun Maedas - Ganz wichtig: Orange ist von wem anderes, ich gebe das nur als Vergleichsbeispiel - dann wird man hier definitiv zufrieden gestellt, während Romanzenliebhaber sich auch gerne versuchen können, dennoch von dem vielen Emotionsoverload abgeschreckt werden könnten. Orange ist nun mal geschmackssache und nicht jeder mag Orangen.

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Typ: TV
Episoden: 13
Status: Finished
Release: July 04., 2016
Producers: Telecom Animation Film
Genre: Drama, Romanze
Story
Grafik
Sound
Charaktere
8,0
SoundCloud / YouTube




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